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Perspektivwechsel

  • 20. März
  • 2 Min. Lesezeit

Warum wir Situationen so unterschiedlich bewerten und was das mit unseren inneren Mustern zu tun hat


Vor einigen Jahren sah ich einen Comic in einem Psychologiefachbuch.


Eine gepflegte Vorstadtidylle.

Schöne Häuser, ordentliche Vorgärten. Alles wirkt ruhig, kontrolliert, fast perfekt.


Und mitten in einem dieser Vorgärten: zwei kopulierende Hunde.

Rundherum stehen Menschen und jeder reagiert anders.


  • Eine Mutter hält ihrem Kind die Augen zu.

  • Ein Mann ruft empört: „POLIZEI!“

  • Ein anderer wird wütend.

  • Wieder andere lachen.

  • Einer holt sogar eine Lupe heraus und schaut ganz genau hin.

  • Ein weiterer fühlt sich inspiriert und ruft seine Freundin an.

  • Und jemand anders zieht seine Partnerin schnell weg – bloß nicht hinsehen.


Unter diesem Comic stand eine einfache Frage:

Wer hat recht?


Gestern fiel mir dieses Bild wieder ein. Ich war mit einer Freundin wandern.


Wir sprachen über das Leben, über Herausforderungen, über dieses ständige Auf und Ab.

Und irgendwann merkte ich:

Wir schauen auf die gleiche Situation – aber sehen zwei völlig unterschiedliche Welten.


Sie ist jemand, der schnell Lösungen findet. Oder besser gesagt: finden muss.

Menschen kommen zu ihr mit ihren Problemen.

Und sie liefert. Analysiert. Ordnet ein. Gibt klare Vorschläge.

Nur: Diese Lösungen werden oft nicht angenommen.

Und was bleibt, ist Frust. Erschöpfung. Und irgendwann Rückzug.


Während wir sprachen, passierte etwas ganz leises in mir: Ich sah wieder diesen Comic.

Und plötzlich wurde mir klar: Es geht nicht darum, die richtige Lösung zu finden.

Es geht darum zu erkennen, dass wir alle aus unterschiedlichen inneren Welten schauen.


Was für den einen logisch ist, kann für den anderen völlig unerreichbar sein.

Was für den einen einfach wirkt, kann für den anderen mit Angst, Loyalität oder alten Erfahrungen verbunden sein.


Und genau da entsteht Spannung. Nicht, weil jemand falsch liegt. Sondern weil wir vergessen, dass wir nicht alle dasselbe sehen.


Vielleicht ist die wichtigere Frage also nicht: Wer hat recht?

Sondern: Was sehe ich – und was sieht der andere?


Und bin ich bereit, einen Moment länger hinzuschauen,

statt sofort eine Lösung anzubieten?


Denn manchmal brauchen Menschen keine Antwort.


Sondern einen Raum,

in dem ihre eigene Perspektive überhaupt erst sichtbar werden darf.


Und vielleicht kennst du das…

Du hast schon viel verstanden. Du erkennst deine Muster.

Und trotzdem wiederholt sich etwas.


Nicht, weil du nicht willst.

Sondern weil deine Perspektive allein nicht ausreicht,

um wirklich etwas zu verändern.


In meiner Begleitung öffnen wir gemeinsam den Raum,

in dem neue Sichtweisen entstehen dürfen – in deinem Tempo und auf deine Weise.


Wenn du spürst, dass es Zeit ist, tiefer zu schauen, lass uns ins Gespräch kommen.



feel. face. free.



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